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Nur Zentimeter entfernt

Das Osterwochenende ruhig ausklingen lassen, das war für unsere Männer nicht drin. Statt Hase stand Pokalkracher auf der Tagesordnung, und dafür hatte sich die Mannschaft ein paar "junge Hüpfer" zu Hilfe geholt. Mit Thümmel, Harreck, Belza und Okolo wurde die Startelf sichtlich verjüngt und wurde von A-Jugend-Erfolgscoach Räppel taktisch instruiert. Mit seinem Matchplan sollte es was werden, um gegen Wittgensdorf ins Pokalhalbfinale einzuziehen.

Leider zeigt sich der Rasen als äußerst hoppelig, sodass flaches Spiel fast durchgängig und möglich war, sodass die ganze PArtie über nur lange Bälle und Standards für Gefahr sorgen sollten. Symptomatisch dafür war direkt die erste Aktion. Ein langer Ball der USG landete bei Hesse, der die Kugel festmachte und dann am Strafraum für Peusken überließ, welcher sich dann in Robbenmanier nach innen bewegt und aufs lange Ecke abzog. Jedoch verhinderte der Pfosten die frühe USG-Führung.

In der 9. Minute kamen dann erstmals die Gastgeber zum Zug. Nach einem Winruf von rechts kam der Stürmer am kurzen Pfosten zum Kopfball, doch Okolo machte sich wunderbar lang und rettete den Ball vor dem Einschlag im langen Eck.

Auch danach blieb Wittgensdorf gefährlicher, weil sie schneller umschalteten, doch die USG konnte spätestens in der letzten Reihe bereinigen.

Nach vorn lief bei unserer Mannschaft nicht allzu viel, die Flügelspieler waren beinahe komplett abgemeldet, und Flachpassspiel durchs Zentrum gelang auf Grund der erwähnten Platzverhältnisse so gut wie gar nicht. Nur folgerichtig fiel das Tor für die USG dann nicht nach einem schönen Angriff, sondern äußerst kurios. Ein Einwurf von Hesse wurde immer länger, sodass der Ball an Mitspielern vorbei flog, noch vom Fuß eines Verteidigers berührt wurde und schließlich am verdutzten Torhüter vorbei im Tor landete.

Die USG konnte aber keinen Schwung aus der Führung mitnehmen, geriet stattdessen defensiv weiter unter Druck. Erst ging ein Schuss aus 27 Metern halb-rechter Position noch knapp am langen Pfosten vorbei, ehe kurz darauf die defensive Null für die USG doch dahin war. Ohne genug Druck zu bekommen, konnte sich Wittgensdorf mal in der Mitte durchsetzen und dann auf ihren rechten Stürmer geben, der dann aus 18 Metern nicht lange fackelte und den Ball platziert im langen Eck unterbrachte. Da waren 36 Minuten gespielt.

Kurz darauf hätte es beinahe 2:1 für Wittgensdorf gestanden, doch Okolo rettete mit einer Glanztat gegen den platzierten Schuss des Stürmers.

Vor der Halbzeit noch einmal ein Zeichen der USG, doch Peuskens Schüsse wurden geblockt und gerieten zu hoch. Quasi im Gegenzug erarbeitete Wittgensdorf sich eine Ecke von rechts, die Folgen hatte. Der Ball kam zum langen Pfosten, wo gleich 2 Wittgensdorfer freistanden und sich Endesfelder per Kopf die Gelegenheit nicht nehmen ließ und den Doppelpack schnürte.

Danach war Halbzeit. Die USG war frustiert, war sie doch gar nicht in ihr Spiel gekommen. Es war klar, es müsste nun mehr kommen, und so wurden die etwas blassen Schneegaß und Ullrich ersetzt, für sie kamen Morgenstern und A-Jugendspieler Scheffler.

Die zweite Hälfte war auch kein spielerischer Leckerbissen, viele Zweikämpfe und "langes Holz" dominierten das Spiel. Der erste Aufreger ergab sich, nach dem Okolo bei einem Freistoß rauskam und dann Ball eigentlich hatte, ihn aber wieder fallen ließ. Die Wittgensdrofer konnten daraus aber kein Kapital schlagen.

Positive Erscheinung war nach seiner Einwechslung Scheffler. Stark suchte er in der 52. Minute die Gasse und war nur einen Schritt zu spät, um etwas mit Harrecks Schnittstellenpass anfangen zu können. Doch auf seiner Seite beackerte er fleißig seinen Gegenspieler, sodass er zwei Minuten später den Ball erhielt und wunderbar in die Tiefe auf Hesse gab. Der Torhüter ahnte die Situation und eilte heraus und wollte noch vorm USG-Stürmer klären, allerdings schoss er ihn genau an und die Kugel flog über den verdutzten Keeper Richtung und schließlich auch ins Tor der Wittgensdorfer.

Ein unverhoffter Ausgleich, aber einer, der die USG beflügelte. Von da an ging mehr nach vorn, vor allem Scheffler blieb umtriebig. In der 61. Minute eroberte er im Pressing den Ball, der vor die Füße von Hesse sprang. Dieser dachte aus 20 Metern nicht nach und zog einfach mal ab, doch der Schuss ging doch einige Meter am Tor vorbei.

Kurz darauf hatte der Wittgensdorfer Torhüter beinahe ein Deja-Vu, als er erneut Hesse anschoss und das Spielgerät wieder aufs eigene Tor flog, doch diesmal konnte ein Verteidiger in letzter Instanz zur Ecke klären. Aber auch diese wurde brandgefährlich, Morgenstern verlängerte in die Mitte, wo Roger nur noch einschieben brauchte, doch er bekam den Fuß nicht richtig dahinter und so konnte der Torwart den Ball aufnehmen.

Die Gastgeber waren hauptsächlich durch Standards gefährlich, die die USG aber auch zu leichtfertig herschenkte. Ecken und Freistöße kamen stets gefährlich Richtung Tor, doch irgendwie ging der Ball nicht ins Tor. Wie viel Glück man in diesen Situationen hatte zeigte sich deutlich, als ein Freistoß aus 35 Metern nur an die Latte prallte und der Nachschuss aus 5 Metern in den Himmel flog.

Die USG hatte in der 80. noch eine Gelegenheit durch Hesse, aber sein Kopfball nach Scheffler-Flanke geriet in Rücklage und ohne Druck und landete schließlich neben dem Tor.

Es ging also in die Crunchtime, und auf beiden Seiten wurden die Füße schwer. Doch beide Teams hatten auch nochmal die Gelegenheit zum Lucky Punch. Weil aber Wittgensdorfer ihren Konter zu langsam spielte und auf der anderen Seite Scheffler aus 20 Metern seine Direktabnahme verzog, ging es in die Verlängerung.

Darin merkte man die schwindenden Kräfte deutlich. Lediglich Belza konnte sich noch einmal aufraffen und sich Richtung Strafraum tanken, wo er rapiad vom Ball getrennt wurde. Die USG forderte den Foulpfiff, aber den gab es nicht.

Auf der Gegenseite lief auch nicht mehr viel, jedoch konnte man von einem Fehler in der USG-Defensive profitieren. Gantz verschätzte sich bei einem langen Ball, sodass Wahner die Kugel runterpflücken konnte, sich in Mitte dribbelte und von dort gegen die Laufrichtung von Okolo versenkte.

Danach setzte die USG auf volle Attacke und kam noch vor dem Halbzeitpfiff zu drei guten Gelegenheiten, doch Hesses und Laasers Versuche fanden den Weg ins Tor nicht, und auch Scheffler konnte sich nach einer Ecke nicht belohnen, als er am langen Pfosten den Ball mit links nur daneben setzte.

Nach dem Seitenwechsel kurze Schrecksekunde für die USG, ein Wittgensdorfer Ball gelangte viel zu leicht ins Sturmzentrum, doch die USG klärte in letzter Sekunde.

Auf der Gegenseite zeigte die USG aber mehr Kaltschnäuzigkeit. Einen langen Ball verlängerte Hesse genau in den Lauf von Scheffler, der diesmal cool blieb und den Ball am herausstürmenden Torhüter vorbei ins Netz schoss - 3:3. Alles wieder offen.

Es war nun ein Spiel ohne Kräfte, aber mit offenem Visier. Belza kam nach klasse Kombination im Strafraum zum Schuss, doch die Kugel ging neben das Tor. Quasi im Gegenzug machte es der Wittgensdorfer Stürmer auch nicht besser, als er den Ball im Duell gegen Okolo rechts neben den Kasten schoss.

Es blieb bis zum Ende spannend, und die USG hatte die Chance auf das letzte Wort, doch Morgensterns Schuss aus 10 Metern parierte der Torhüter glänzend. Und weil auch Laasers Schuss im Anschluss an die folgende Ecke nicht in den Maschen landete, ging es ins Elfmeterschießen.

Eine wahre Lotterie, doch die ersten 6 Schützen waren alle sicher. Laaser wollte im Anschluss den Torhüter verladen, doch dieser konnte den Schuss in die Tormitte noch - obwohl schon in eine Ecke unterwegs - mit den Fingerspitzen erreichen, sodass er den Weg ins Tor nicht fand.

Okolo war aber bereit über sich hinaus zu wachsen und ahnte den Schuss in seine rechte Ecke und parierte, sodass es beim Unentschieden blieb.

Nun stand Keller bereit. Er zögerte nicht und traf den Ball wuchtig. Allerdings sprang der Ball von der Unterkante der Latte nicht ins, sondern vors Tor. Da fehlten nur Zentimeter. Weil danach der letzte Schütze von Wittgensdorf traf, war das Spiel und damit auch unsere Pokalreise zu Ende.

Als Fazit bleibt nur Ernüchterung nach einem gewaltigen Kampf und Kraftakt. Ein schönes Spiel konnte nicht geboten werden, allerdings gab sich die Truppe niemals auf und hätte mit ein bisschen mehr Glück in der einen oder anderen Situation das Spiel für sich entschieden, sodass die USG trotzdem mit Stolz, wenn auch als Verlierer, aus diesem Spiel geht.

Am nächsten Sonntag gastiert unsere Team dann - wieder im Ligabetrieb - in Klaffenbach, wo es zur zweiten Mannschaft des FSV Grün-Weiß geht. Anstoß ist 12:30 Uhr.

Die USG spielte mit:
Okolo - Gantz (119. Pesqueira), Vollbarth, Thümmel, Harreck - Roger (100. Keller) - Peusken (79. Laaser), Ullrich (46. Morgenstern), Belza, Schneegaß (46. Scheffler) - Hesse

Tore:
Endesfelder (37.,45.), Wahner (99.) - Eigentor (29.), Hesse (53.), Scheffler (108.)

Elfmeterschießen:

  Hesse trifft
Spröd trifft  
  Morgenstern trifft
Renger trifft  
  Pesqueira trifft
Taubert trifft  
  Laasers Schuss wird pariert
Kellers Schuss wird pariert  
  Keller trifft die Latte
Stöckel trifft  

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